Ratter, ratter, wo war sie denn überall die Schulz? Jetzt muss sie wirklich in den hinteren Gehirnwindungen kramen.
Serj Tankian mein allerliebster Lieblingssänger hat es im April in die Hauptstadt geschafft und ich hatte mich so unendlich gefreut. Und dann sowas. Wie immer eigentlich in der Columbiahalle ganz schlechter Sound, aggressive Mitmenschen. Nee, ich war schon etwas enttäuscht. Man muss dazu sagen, dass ich Serj bereits im Oktober 07 in Köln gesehen habe und eines der besten Konzerte ever erlebt habe. Entsprechend groß waren meine Erwartungen. Zu groß.
Natürlich hat er die Elect the Dead gespielt und das war auch recht hübsch. “Girl” von den Beatles hat der Gute auch zum Besten gegeben und das hat mich dann doch verzückt. Nur Serj Tankian: Beim nächsten Mal erwarte ich etwas Vernünftigeres!
Dann kam der Sommer und mit ihm kam Rage against the Maschine. Eieiei war das fein. Das war mein erstes Konzert in der Zitadelle zu Spandau und ich war schlichtweg begeistert. Erst mal einfach so! Nur die doofe Uschi neben mir, die mir die ganze Zeit ins Ohr gekreischt hat, die war mit Verlaub gesagt, anstrengend. Dabei war noch gar nix passiert. Dann aber ging eine Bewegung durch die Menge als die ersten Töne erklangen. Mir stand doch glatt mein Ellenbogen vom Körper ab und was kann ich dafür, wenn Madame da immer rein springt. Jedenfalls war sie irgendwann verschwunden!
Rage haben ein richtig geniales Konzert abgeliefert. Die Leute haben gefeiert und getanzt, gesungen und gelacht. Und zum Schluss sahen wir alle aus wie die Schweine. Nein, es hat nicht geregnet. Es war sogar sehr schönes Wetter. Der Boden war so trocken und SCHWARZ. Und wenn man so durch die Gegend hopst, macht das nichts. Wenn aber Tausende springen, stiegen die schwarzen Staubwolken nur so auf. Und wisst ihr was: Das war gut so.
Nun kam die Zeit der Beatsteaks in der Wuhlheide. Da gibt es nicht viel zu sagen außer: SPAAAAAßßßß!
Und der Herr Eric Clapton war auch noch in der Wuhlheide. Ganz astreine Musik trotz des fortwährenden Gepladders von oben. Und ich hatte auch Schwierigkeiten mich auf die Musik zu konzentrieren. Denn Muttchen und Vattchen nebst Töchting und Schwieger hinter mir waren sehr nervig. Alle viere hatten sie Regenkleidung an und ein Schirm hat ihre Köpfe vom kühlen Nass geschützt. Vorbildlich. Auch ich hatte dann, als der Regen zu arg wurde, meinen Schirm aufgespannt. Und nun kommt es: Sie haben sich beschwert, dass das Wasser von meinem Schirm sie nass macht. Jawohl! Ehrlich, wie blöd muss man sein. Schade, das hat mir ein bisschen die Freude an der schonen Musik genommen. Aber so Trottel hat man ja fast immer dabei.
Scars on Broadway Das Konzert war … nun ja … sehr kurz. Kaum 35 Minuten haben sie gespielt. Der gute Darron hatte sich irgendwas eingefangen und bald kam kein Ton mehr. Dagegen kann man nichts machen.
Und weil jeder eine zweite Chance verdient hat und die 35 Minuten Spaß gemacht haben, laut waren, mit gutem Sound und toller Live Musik (ebenso hohe Qualität wie bei Serj in Köln) und Performance werde ich auf jeden Fall nochmal hingehen. Ich kann es wirklich nur empfehlen. Ich dachte, mich würde die Singsang-Stimme nerven, sie ist in der Tat gewöhnungsbedürftig, doch ebenso anders und einzigartig. Live, solange sie da war, klasse! Der Rest der Band hat auch gefetzt. Wenn ich die Auftritte von Serj und Darron vergleiche, geht es bei Darron sogar noch etwas mehr ab. So ein bisschen “loud and dirty” wie bei einer Start-Up Band.
Was mich total überrascht hat, war das recht kleine Publikum. Es war so klein, dass sich sogar kurzfristig die Lokalität geändert hat. Kann ich als großer SOAD Fan überhaupt nicht verstehen. Nun gut, meine Empfehlung lautet: Nicht entgehen lassen und eigene Meinung bilden.
Altmeister des Liedermachens – Reinhard Mey – gabs dann zur Beruhigung für zwischendurch. Gewohnt locker, flockig, lustig, machte der alte Mann gut 2 1/2 Stunden unterhaltsames Programm. Nicht jedermanns Sache, jedoch wer ihn noch nicht kennt oder live gesehen hat, dem kann ich es empfehlen. Zumindest 1 Mal.
Auf was hatte ich mich eingelassen, als ich sagte, klar komme ich mit zu Biohazard? Ich wusste es nicht so ganz genau. Meine Herren, war das eine geniale Veranstaltung. Nun, die Musik kannte ich nicht nur den Stil. Und es war klasse. Die Biohazard’schen Musiker fetzen voll. Pogo-Volk ruff uff die Bühne und weiter tanzen. Das ist noch eine Band zum anfassen, obwohl sie schon 20 Jahre im Geschäft sind. Nee, war wirklich gut. Ich war in der Tat beeindruckt.
So und das letzte Konzert in diesem Jahr, dass ich besuchen werde, geben die Herren von KNORKATOR. Das ist nicht nur so ein Konzert. Es ist das aller aller aller Letzte, dann wird es Gero, Alf, BuzzDee, Tim und Nik als Knorkator nicht mehr geben. Noch zwei Tage …